Jedes Unternehmen hat eine Fehlerkultur. Die Frage ist nur, welche.
In manchen Firmen wird nach einem Fehler zuerst gefragt: „Wer war das?“ In anderen: „Wie konnte das passieren?“ Und in wieder anderen wird gar nicht gefragt, weil der Fehler gar nicht erst ans Licht kommt.
Aus guten Gründen. Beim letzten Mal gab es schließlich einen Riesenärger.
Wenn auf Ihrer Wunschliste steht, dass Mitarbeitende mehr Verantwortung übernehmen, mitdenken und Probleme früh melden, dann kommen Sie an diesem Thema nicht vorbei.
Denn wer Angst vor Fehlern hat, übernimmt keine Verantwortung. Er sichert sich ab.
Kaum ein Chef würde von sich sagen, dass er jeden Fehler knallhart bestraft. Vor allem dann nicht, wenn sie zum ersten Mal passieren. Trotzdem gibt es ein paar ziemlich zuverlässige Warnsignale:
Sie werden erst gemeldet, wenn sie nicht mehr zu verstecken sind.
In Meetings sagen alle, es läuft gut, bis es plötzlich gar nicht mehr läuft. Danach wird lange über Schuld geredet und kurz über Lösungen.
Mitarbeitende fragen lieber nach, statt selbst zu entscheiden. Wer nichts entscheidet, kann auch nichts falsch machen.
Damit hinterher keiner sagen kann, man hätte es nicht gewusst. CC-Kultur ist Absicherungskultur. Und Absicherung kostet Zeit, Nerven und Geschwindigkeit.
An dieser Stelle kommt meistens der Einwand: „Ja, aber wir können doch nicht einfach alles durchgehen lassen.“ Stimmt. Sollen Sie auch nicht.
Eine gute Fehlerkultur bedeutet nicht, dass Fehler egal sind. Sie bedeutet, dass man unterscheidet:
Jemand wusste es nicht besser. Hier hilft Erklären, Einarbeiten, Wissen teilen.
Der Prozess hat den Fehler fast schon eingeladen. Hier muss der Ablauf geändert werden, sonst passiert es dem Nächsten genauso.
Jemand hat etwas Neues versucht, und es hat nicht geklappt. Wer das bestraft, bekommt nie wieder eine neue Idee.
Immer wieder derselbe Fehler, obwohl man es besser weiß. Das ist kein Fehlerkultur-Thema mehr, sondern gehört in ein klares Gespräch.
Wer die vier Fälle über einen Kamm schert, macht es entweder zu streng oder zu lasch. Beides geht schief. Besser funktioniert das hier:
Fehlerkultur ist zu 80 Prozent Vorbild. Wenn die Geschäftsführung im Meeting sagt „Da habe ich mich vertan“, ist das wirkungsvoller als jede Rundmail zum Thema Offenheit.
Wer eigene Fehler verschweigt und die der anderen notiert, dem glaubt keiner die schönen Worte.
Wenn jemand einen Fehler meldet, entscheidet sich in den ersten zehn Sekunden, ob er das beim nächsten Mal wieder tut. Ein „Gut, dass du es sagst. Was brauchen wir jetzt?“ macht es leicht.
Ärgern dürfen Sie sich trotzdem, nur eben nicht über den Überbringer.
Nach einem größeren Fehler lohnt sich eine kurze, sachliche Nachbesprechung ohne Schuldfrage: Was ist passiert? Warum konnte es passieren? Was ändern wir, damit es nicht wieder passiert?
Erzählen Sie im Team auch von den Fehlern, die gerade noch rechtzeitig aufgefallen sind, weil jemand aufmerksam war oder nachgefragt hat. Das zeigt, dass Hinschauen und Ansprechen erwünscht sind.
Fehlerkultur lässt sich nicht verordnen. Aber man kann sie gemeinsam erarbeiten.
Offene Fehlerkultur heißt nicht, dass Fehler erwünscht sind. Sondern dass sie nicht versteckt werden.
In einem Teamworkshop schauen wir uns deshalb an:
Mit Führungskräften arbeite ich zusätzlich daran, wie sie in kritischen Momenten reagieren, denn genau dort entsteht Fehlerkultur. Mehr dazu in meinem Artikel zur Führungskräfteentwicklung im Mittelstand.
Keine Unternehmensberatung.
Sondern Begleitung.
Vorweg: Ich bin keine Unternehmensberaterin, die mit einem fertigen Fehlerkultur-Konzept anrückt und alles umkrempelt. Was bei Ihnen funktioniert, bleibt. Wir schauen gemeinsam, was hakt, und entwickeln Lösungen, die zu Ihrem Unternehmen und Ihren Leuten passen.
Das heißt konkret:
Seit 2008 begleite ich Teams und Führungskräfte, unter anderem als Referentin für Personalentwicklung bei Media-Saturn. Die Workshops finden bei Ihnen vor Ort oder in einem Tagungshotel in der Metropolregion Nürnberg statt, gut erreichbar aus ganz Mittelfranken und Nordbayern.
Länger als einen Workshop. Der Workshop setzt den Startpunkt, schafft ein gemeinsames Verständnis und konkrete Vereinbarungen. Ob es wirkt, zeigt sich in den Wochen danach, vor allem daran, wie Führungskräfte reagieren.
Ja, auch dort, wo Fehler teuer oder gefährlich sind. Gerade da ist es wichtig, dass Probleme früh gemeldet werden. Offene Fehlerkultur heißt ja nicht, dass Fehler erwünscht sind, sondern dass sie nicht versteckt werden.
Dann ist sie zumindest auch die größte Chance. Wenn die Spitze ihr Verhalten ändert, zieht der Rest meistens schneller nach als gedacht. Darüber sprechen wir dann am besten zuerst unter vier Augen.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass bei Ihnen zu viel abgesichert und zu wenig angesprochen wird, lassen Sie uns reden.
Unverbindlich und ohne erhobenen Zeigefinger.