Fehlerkultur im Unternehmen:
Warum „Fehler passieren halt“ nicht reicht

Jedes Unternehmen hat eine Fehlerkultur. Die Frage ist nur, welche.

In manchen Firmen wird nach einem Fehler zuerst gefragt: „Wer war das?“ In anderen: „Wie konnte das passieren?“ Und in wieder anderen wird gar nicht gefragt, weil der Fehler gar nicht erst ans Licht kommt.

Den hat nämlich jemand still und leise unter den Teppich gekehrt.

Aus guten Gründen. Beim letzten Mal gab es schließlich einen Riesenärger.

Wenn auf Ihrer Wunschliste steht, dass Mitarbeitende mehr Verantwortung übernehmen, mitdenken und Probleme früh melden, dann kommen Sie an diesem Thema nicht vorbei.

Denn wer Angst vor Fehlern hat, übernimmt keine Verantwortung. Er sichert sich ab.

Stephanie Schlicker spricht über Fehlerkultur in Unternehmen vor Führungskräften

Woran Sie eine schlechte Fehlerkultur erkennen

Kaum ein Chef würde von sich sagen, dass er jeden Fehler knallhart bestraft. Vor allem dann nicht, wenn sie zum ersten Mal passieren. Trotzdem gibt es ein paar ziemlich zuverlässige Warnsignale:

Probleme kommen spät

Sie werden erst gemeldet, wenn sie nicht mehr zu verstecken sind.

„Läuft alles gut.“

In Meetings sagen alle, es läuft gut, bis es plötzlich gar nicht mehr läuft. Danach wird lange über Schuld geredet und kurz über Lösungen.

Rückfragen bei jeder Kleinigkeit

Mitarbeitende fragen lieber nach, statt selbst zu entscheiden. Wer nichts entscheidet, kann auch nichts falsch machen.

Fünf Leute in CC

Damit hinterher keiner sagen kann, man hätte es nicht gewusst. CC-Kultur ist Absicherungskultur. Und Absicherung kostet Zeit, Nerven und Geschwindigkeit.

Fehlerkultur heißt nicht: Alles ist egal

An dieser Stelle kommt meistens der Einwand: „Ja, aber wir können doch nicht einfach alles durchgehen lassen.“ Stimmt. Sollen Sie auch nicht.

Eine gute Fehlerkultur bedeutet nicht, dass Fehler egal sind. Sie bedeutet, dass man unterscheidet:

Fehler aus Unwissen

Jemand wusste es nicht besser. Hier hilft Erklären, Einarbeiten, Wissen teilen.

Fehler aus Überlastung oder schlechten Abläufen

Der Prozess hat den Fehler fast schon eingeladen. Hier muss der Ablauf geändert werden, sonst passiert es dem Nächsten genauso.

Fehler beim Ausprobieren

Jemand hat etwas Neues versucht, und es hat nicht geklappt. Wer das bestraft, bekommt nie wieder eine neue Idee.

Wiederholte Nachlässigkeit

Immer wieder derselbe Fehler, obwohl man es besser weiß. Das ist kein Fehlerkultur-Thema mehr, sondern gehört in ein klares Gespräch.

Wie Sie eine bessere Fehlerkultur aufbauen

Wer die vier Fälle über einen Kamm schert, macht es entweder zu streng oder zu lasch. Beides geht schief. Besser funktioniert das hier:

Führungskräfte fangen an.

Fehlerkultur ist zu 80 Prozent Vorbild. Wenn die Geschäftsführung im Meeting sagt „Da habe ich mich vertan“, ist das wirkungsvoller als jede Rundmail zum Thema Offenheit.
Wer eigene Fehler verschweigt und die der anderen notiert, dem glaubt keiner die schönen Worte.

Die erste Reaktion zählt.

Wenn jemand einen Fehler meldet, entscheidet sich in den ersten zehn Sekunden, ob er das beim nächsten Mal wieder tut. Ein „Gut, dass du es sagst. Was brauchen wir jetzt?“ macht es leicht.
Ärgern dürfen Sie sich trotzdem, nur eben nicht über den Überbringer.

Nachher fragen: Was lernen wir daraus?

Nach einem größeren Fehler lohnt sich eine kurze, sachliche Nachbesprechung ohne Schuldfrage: Was ist passiert? Warum konnte es passieren? Was ändern wir, damit es nicht wieder passiert?

Verhinderte Fehler sichtbar machen.

Erzählen Sie im Team auch von den Fehlern, die gerade noch rechtzeitig aufgefallen sind, weil jemand aufmerksam war oder nachgefragt hat. Das zeigt, dass Hinschauen und Ansprechen erwünscht sind.

Fehlerkultur im Team entwickeln

Fehlerkultur lässt sich nicht verordnen. Aber man kann sie gemeinsam erarbeiten.

Offene Fehlerkultur heißt nicht, dass Fehler erwünscht sind. Sondern dass sie nicht versteckt werden.

In einem Teamworkshop schauen wir uns deshalb an:

Stephanie Schlicker präsentiert an einem Flipchart in einem Offline Workshop
  • Wie gehen wir heute mit Fehlern um, und zwar ehrlich, nicht so, wie es im Leitbild steht?
  • Was hindert uns daran, Fehler früh anzusprechen?
  • Welche Abläufe laden Fehler geradezu ein?
  • Welche Spielregeln wollen wir uns geben?


Mit Führungskräften arbeite ich zusätzlich daran, wie sie in kritischen Momenten reagieren, denn genau dort entsteht Fehlerkultur. Mehr dazu in meinem Artikel zur Führungskräfteentwicklung im Mittelstand.

So arbeite ich mit Ihnen

Keine Unternehmensberatung.
Sondern Begleitung.

Vorweg: Ich bin keine Unternehmensberaterin, die mit einem fertigen Fehlerkultur-Konzept anrückt und alles umkrempelt. Was bei Ihnen funktioniert, bleibt. Wir schauen gemeinsam, was hakt, und entwickeln Lösungen, die zu Ihrem Unternehmen und Ihren Leuten passen.

Das heißt konkret:

  • Was gut läuft, bleibt. Wir verändern nur, was wirklich hakt.
  • Lösungen entstehen gemeinsam, mit Ihnen und Ihren Leuten, nicht an meinem Schreibtisch.
  • Der Plan ist ein Startpunkt, kein Gesetz. Wenn sich unterwegs zeigt, dass etwas anderes wichtiger ist, passen wir den Kurs an.
Stephanie Schlicker Business Coach für Solo Selbstständige und mittelständische Unternehmen

Bei Ihnen vor Ort oder im Tagungshotel

Seit 2008 begleite ich Teams und Führungskräfte, unter anderem als Referentin für Personalentwicklung bei Media-Saturn. Die Workshops finden bei Ihnen vor Ort oder in einem Tagungshotel in der Metropolregion Nürnberg statt, gut erreichbar aus ganz Mittelfranken und Nordbayern.

Häufige Fragen zur Fehlerkultur

Wie lange dauert es, eine Fehlerkultur zu verändern?

Länger als einen Workshop. Der Workshop setzt den Startpunkt, schafft ein gemeinsames Verständnis und konkrete Vereinbarungen. Ob es wirkt, zeigt sich in den Wochen danach, vor allem daran, wie Führungskräfte reagieren.

Ja, auch dort, wo Fehler teuer oder gefährlich sind. Gerade da ist es wichtig, dass Probleme früh gemeldet werden. Offene Fehlerkultur heißt ja nicht, dass Fehler erwünscht sind, sondern dass sie nicht versteckt werden.

Dann ist sie zumindest auch die größte Chance. Wenn die Spitze ihr Verhalten ändert, zieht der Rest meistens schneller nach als gedacht. Darüber sprechen wir dann am besten zuerst unter vier Augen.

Wie gehen Sie in Ihrem Unternehmen mit Fehlern um?

Wenn Sie das Gefühl haben, dass bei Ihnen zu viel abgesichert und zu wenig angesprochen wird, lassen Sie uns reden.
Unverbindlich und ohne erhobenen Zeigefinger.

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